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„Suchtprävention ist kein Nischenthema, sondern betrifft alle Berliner und Berlinerinnen.“

Christina Schadt

Leiterin der Fachstelle für Suchtprävention in Berlin

„Suchtprävention ist kein Nischenthema, sondern betrifft alle Berliner und Berlinerinnen“, betont Christina Schadt, eine der Leiterinnen der Fachstelle für Suchtprävention im Land Berlin, die seit 2005 besteht. „Von Anbeginn ging es darum, Suchtmittelkonsum und riskantes Verhalten zu reduzieren und einen verantwortungsvollen Umgang zu fördern.“ Wie „normal“ ist es für viele, bei einem Schmerz zur Tablette zu greifen oder mit Freunden eine Shisha zu rauchen? „Deshalb informieren und beraten wir und helfen Konzepte zu entwickeln, wo es um Sucht und eine riskante Lebensführung geht“, erklärt die Sozialpädagogin.

 

Sie und das Team der Fachstelle unterstützen u.a. Eltern, die in der Pubertät das Verhalten ihrer Kinder nicht einordnen können. In Oberschulen diskutieren sie mit den Jugendlichen über Alkohol, Cannabis oder Medienkonsum. „Dabei geht es uns nichts ums Verbieten, sondern ein Verstehen, wo jemand sich selbst gefährdet!“, unterstreicht die 45jährige. Seit dem Frühjahr 2020 ist das Team mehr als zuvor online präsent. Auf einem eigenen YouTube-Kanal stellt es u.a. sein Klaviermodell vor: Welche Tasten sind für das eigene Wohlbefinden belegt und welche bleiben, wenn einige wie z.B. während eines Lock downs, wegfallen? Gelingt es, die Bandbreite der Strategien vielfältig und bunt zu halten und wann greifen wir auf Suchtmittel zurück?

 

Mit diesen Fragen haben die Expertinnen der Fachstelle vor allem verletzliche Gruppen im Blick, die allein oft weniger Ressourcen zur Reflexion besitzen: z.B. Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien und Milieus oder Menschen mit Fluchterfahrungen. Ihnen bieten sie besondere Erfahrungen, um neue, ihnen bisher unbekannte Möglichkeiten für ein gesundes Leben entdecken zu können. Christina Schadt ist überzeugt: Die Verantwortung für problembehaftetes Verhalten und für die Erhaltung von Gesundheit liegt nicht allein bei den einzelnen Menschen. Berlin würde besser werden, wenn stärker eine gesellschaftliche Kultur der Verantwortung befördert würde, z.B. wenn es gelingen würde, dass alle Berliner Jugendlichen in ihrem Alltag regelmäßig und zuverlässig über die Risiken u.a. von Cannabis- und Tabakkonsum sprechen könnten.

Mehr Informationen:

www.berlin-suchtpraevention.de