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„Berlin muss noch einige Barrieren auf den Straßen und in den Köpfen beseitigen.“

Janine Malik

Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit in der

Geschäftsstelle der Deutschen Multiple Sklerose

Gesellschaft (DMSG) Berlin

Vor vier Jahren wurde Janine Malik von einer Fußgängerin zur Rollstuhlfahrerin. Zu dem Zeitpunkt lebte sie bereits 14 Jahre mit Multipler Sklerose (MS). Als Rollstuhlfahrerin veränderte sich ihr Blick auf ihr Umfeld. Das Kopfsteinpflaster konnte sie kaum überqueren. Die Behindertentoiletten im Einkaufszentrum erreichte sie nur, nachdem sie zuvor zwei verschiedene Fahrstühle benutzt hatte. Das schrieb sie einem Reinickendorfer Kommunalpolitiker. Der nahm ihre Kritik auf und sorgte daraufhin für geteerte Übergänge an Kreuzungen.

 

Die 38-Jährige suchte Gleichgesinnte, die wie sie lachen und leben wollen, auch mit MS. Im Norden von Berlin rief sie einen monatlichen Stammtisch ins Leben. Weil er Betroffene und Angehörige aus der ganzen Stadt anzog, fand er bald drei Nachfolger: im Süden, im Osten und einen englischsprachigen. Einmal im Jahr treffen sich die vier Gruppen zu einem großen Fest, fast 100 Menschen. „Sie fühlen sich angenommen und verstanden und es macht mich glücklich, dazu beizutragen“, kommentiert die unternehmungslustige Frau.

 

Heute leistet sie für die DMSG Berlin Öffentlichkeitsarbeit in den sozialen Medien. Wie in ihrem ursprünglichen Beruf geht es um feinfühligen Kontakt. „Ich poste, was uns alle angeht“, erklärt die Friseurmeisterin. Das können neue Erkenntnisse über Multiple Sklerose ebenso sein wie Aktionen von Verbänden. Im Zusammenhang mit Corona war die Frage, ob MS-Erkrankte besonders gefährdet seien und worauf sie achten müssen. Janine Malik ärgerte es, dass es zunächst keine Informationen in Gebärdensprache gab. „Hier werden Menschen behindert, gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Das darf nicht sein“, ist sie überzeugt.

 

Noch gibt es baulich, sprachlich und in den Köpfen in Berlin etliche Barrieren, findet sie. Ehrenamtliche sieht sie vom Senat nicht ausreichend unterstützt, bekommen diese doch oft nicht mal die Sachmittel für ihre Projekte. Es bleibt also viel zu tun für Menschen wie Janine Malik.  

Mehr Informationen: 

www.dmsg-berlin.de

 

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